Beiträge

Flying Dodo

Auf Schwingen

Der Dodo erobert wieder den Luftraum: Vor 300 Jahren zuletzt gesichtet, wurde der flugunfähige und nur auf Mauritius vorkommende Vogel von den Europäern alsbald ausgerottet. Katrin Caines neues Kindermusical The Dodo Who Wanted to Fly erweckt den Vogel jetzt nicht nur wieder zum Leben, sondern verleiht ihm sogar Flügel. Vorausgesetzt, die entsprechende Theaterapparatur kann finanziert werden. Wer dabei helfen kann? Sie! In unserem Email-Interview berichtet Caine von Stück und Inszenierung, von ihren pädagogischen Zielen und von der besonderen Sprache, derer sich der Text bedient. Und Sie erfahren, wie Sie spenden können! Weiterlesen

Schülerensemble

Opera Mauritius 2.0: die „Mauritian Music Academy“

Umfassender, langfristiger, grundlegender: Das Projekt „Opera Mauritius“ geht in eine neue Phase. Ab 2020 soll das neugegründete Ausbildungsprojekt „Mauritian Music Academy“ dafür sorgen, dass musikalische Bildung und Fähigkeiten in der Breite nach Mauritius zurückkehren. Das Ziel bis 2030: ein mauritisches Nationalorchester. Weiterlesen

Cédric Nayna in der Stage School Hamburg

The Time of His Life: Cédric Naynas Musicalausbildung in Hamburg

Letzten Dezember berichteten wir von Cédric Naynas bevorstehendem Abenteuer. Nun ist er bereits ein knappes halbes Jahr in Hamburg an der Stage School. Dass er es bis dahin geschafft hat, ist eine wahre Leistung. Und dabei hasste er das Singen lange Zeit! Wie das? Alle aus seiner Familie singen, und er hat sich, als eher schüchterner Zeitgenosse, bis er 17 Jahre alt wurde eher davon fern gehalten. Doch zum Glück kam die Gelegenheit: Ein Freund überzeugte ihn, bei einem Chor-Casting mitzusingen. Dem Leiter gefiel Cédrics schöne tiefe Stimme, und so führte eins zum anderen: Unterricht am Conservatoire, Chorist im Opernchor von Katrin Caine, dann Gesangsunterricht bei ihr, Véronique Zuël und Jean-Michel-Ringadoo.

Weiterlesen

Jean-Michel Ringadoo in München

Vom Heavy Metal zur Oper: Jean-Michel Ringadoo

Ein Blick reicht, dann wird klar: Jean-Michel Ringadoo ist ein waschechter Mauritier mit kreolischen Wurzeln. Mit seinen langen Haaren, seinem Style und seiner Vorliebe für Motorräder könnte er daneben glatt als Metaller durchgehen. Letztes Jahr sang er jedoch die Rolle des charmanten Liebhabers Camille de Coutançon in der mauritischen Operettenproduktion von Lehárs La Veuve joyeuse. Nun war der Tenor für zwei Monate das erste Mal in Deutschland und gleich Teil eines Opernchores. Seit 2007 singt er solistisch im klassischen Fach. Wie er zu dieser Musik gekommen ist, liegt so fern und doch so nah: Er wurde als 18-Jähriger der Sänger der Heavy Metal-Band „Craze“. Ein bisschen „crazy“ ist das schon, aber eben auch sehr mauritisch-bunt. Welche Entwicklungsschritte lagen dazwischen? Und wie erlebte Jean-Michel seinen Aufenthalt in München? Weiterlesen

Domingue

Die Magie des Kulturkontakts

Die lustige Witwe ist Teil unseres nationalen Kulturerbes“. Ein Satz, der die europäische Leserin nicht überrascht – stammte er nicht von dem mauritischen Regisseur Gérard Sullivan, geäußert auf der Pressekonferenz zum Opera Mauritius Festival, das diese Woche mit eben Lehárs Veuve Joyeuse eröffnet wird. Allgemein beliebt in Nord wie Süd, verbindet die Operette seit einhundert Jahren die Kulturen. Und jetzt erneut: Seit Ende vergangener Woche ist das deutsche Orchester, die Opernakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes, vor Ort. Die erste Sitzprobe, als Mauritier und Deutsche zum ersten Mal gemeinsam musizierten, war für alle ein magischer und ergreifender Moment. Weiterlesen

Sullivan Wettges

Die Philosophie des Regenbogens. Der Regisseur Gérard Sullivan

Es ist ohne Zweifel die Frage, die Gérard Sullivan am Häufigsten gestellt wird: Wie kommt es, dass ein katholischer Priester zugleich Opernregie macht? Oder genauer, wie im aktuellen Fall, macht Sullivan, katholischer Priester und jahrelang rechte Hand des mauritischen Bischofs, sogar Operettenregie. Gemeinsam mit Angela Brandt von der Dresdner Semperoper ist er verantwortlich für die Inszenierung der Veuve joyeuse. Spricht man indes mit dem älteren Herren mit schneeweißem Haar, den strahlenden Augen und dem gewinnenden Charme, erscheint einem diese doppelte Berufung, genau wie ihm selbst, sehr bald als das Natürlichste der Welt. Weiterlesen

Marc Gris

Marc Gris: Kosmopolit und Lebenskünstler

Die Orte für die musikalischen Proben mauritischer Opernproduktionen sind nicht immer im gleichen Gebäude lokalisiert wie die Vorstellungen. Nicht selten finden sie zum Beispiel in den Gemeindesälen verschiedener Kirchen statt, derer es auf Mauritius zahlreiche gibt und die die Projekte oft großzügig unterstützen. Dass zwischen Proben- und Aufführungsort aber gleich mehr als neuntausend Kilometer liegen, kommt eher selten vor. So aber geschehen diesen Juli: Martin Wettges, künstlerischer Leiter von Opera Mauritius, probte mit Marc Gris, dem Darsteller des Danilo — und zwar in Berlin. Gris, der sowohl die französische als auch die mauritische Staatsbürgerschaft besitzt, ist wahrlich ein Kosmopolit. Die Lustige Witwe ist sein erstes Engagement in einer Opernproduktion auf Mauritius. Weiterlesen

Tanzen in Paris

50 Jahre Unabhängigkeit: Lasst uns tanzen und „La Veuve joyeuse“ singen!

Franz Lehárs Operette La Veuve joyeuse gehört auf Mauritius seit ihrer Erstaufführung 1914 zum nationalen Kulturerbe. Die Stücke daraus sind allgemein bekannt und werden gern gesungen. Auf den Spuren danach, woher diese Begeisterung für die Operette stammen könnte, befanden wir uns bereits im Blogeintrag „Wie die Operette ‚La Veuve joyeuse‘ mit ihren Melodien Mauritius eroberte“. Die sechste Produktion der Operette auf Mauritius befindet sich bereits in den Startlöchern. Ein aufregendes Jahr steht vor der Tür: Das Land feiert nämlich außerdem seine 50-jährige Unabhängigkeit. Eine neue Veuve ist daher wie geschaffen, um dieses freudige Ereignis auch opernmäßig zu begehen. Weiterlesen

La Veuve joyeuse

Wie die Operette „La Veuve joyeuse“ mit ihren Melodien Mauritius eroberte

Jacques „Cancan-Komponist“ Offenbach in Paris und Johann „Walzerkönig“ Strauss in Wien waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die ersten erfolgreichen Operettenkomponisten. Die Strauss’sche Zeit in Wien wird daher auch als „goldene Operettenära“ bezeichnet. Der österreichisch-ungarische Komponist Franz Lehár (1870‒1948) schaffte es jedoch mit seinen Werken und einer neuen, spätromantisch geprägten Orchesterklangsprache dort anzuknüpfen und konnte damit Anfang des 20. Jahrhunderts eine „silberne Operettenära“ einläuten. Wurde die Melodik von Strauss als „zündend“ wahrgenommen, so gab es für Lehár nun das Attribut „prickelnd“. Weiterlesen

A Night at the Opera, Probe

Ein Pianist im Paradies ‒ „A Night at the Opera“ auf Mauritius

„Klavier spielen auf Mauritius: Wer hat Lust?“, posteten wir auf unserer Facebook-Seite im Februar. „Als Entlohnung gibt es eine überaus herzliche, spannende und vielfältige Kultur zu erleben, tropische Traumstrände zu genießen und mit leidenschaftlichen Choristen zu musizieren. Für eine Unterkunft ist ebenfalls gesorgt.“ Auf diesen Aufruf meldete sich der Münchner Mathematiker und Pianist Michael Teuffel. Er plante zu dem Zeitpunkt, mit seiner Freundin ein halbes Jahr lang die Welt zu bereisen. Die Aussicht auf einen längeren Aufenthalt auf Mauritius kam da gerade recht. So wurde Mauritius zum ersten Stopp und ein kleines Abenteuer konnte beginnen. Weiterlesen