Unsere Instrumentenspendenaktion gemeinsam mit dem Bargheer Museum in Hamburg ist erfolgreich zu Ende gegangen. Was im Rahmen der Ausstellung „Mit Pauken und Trompeten“ begann, hat sich über die vergangenen Monate zu einer beeindruckenden Sammlung entwickelt: Instrumente und Zubehör, die künftig Kindern, Jugendlichen und angehenden Musiker:innen auf Mauritius neue musikalische Möglichkeiten eröffnen werden.
Doch hinter dieser Sammlung stehen vor allem Menschen: Musiker, Kulturschaffende und weitere Unterstützer, die ihre Instrumente weitergegeben, Zubehör beigesteuert oder mit ihrem persönlichen Einsatz zum Erfolg der Aktion beigetragen haben. Einige von ihnen und die besonderen Geschichten hinter ihren Spenden stellen wir im weiteren Verlauf dieses Beitrags näher vor.
Mit Pauken und Trompeten – so fing alles an
Den Anstoß gab die Ausstellung „Mit Pauken und Trompeten“, die vom 21. September bis März im Bargheer Museum in den Hamburger Elbvororten zu sehen war. Die Ausstellung widmete sich der Musik in Bildern der Klassischen Moderne von Eduard Bargheer und weiteren Künstlerinnen und Künstlern – und bot damit den passenden Rahmen für unsere Instrumentenspendenaktion.
Unser Vereinsmitglied Peter Schmidt, ehemaliger Kontrabassist des NDR Elbphilharmonie Orchesters, brachte die Idee einer gemeinsamen Sammelaktion ins Rollen. Im Museum stieß sie auf offene Ohren: Museumsmitarbeiterin Dorita Hermes, die selbst lange den Wunsch gehegt hatte, Geige zu lernen, ging mit gutem Beispiel voran und stellte ihre eigene Geige zur Verfügung. Das Bargheer Museum machte die Aktion im Rahmen der Ausstellung sichtbar und wurde so zu einem wichtigen Kanal, über den weitere Spender:innen erreicht werden konnten.
Nach mehreren Monaten des Sammelns ist nun ein wichtiger Meilenstein erreicht: Anfang Juli brachte Peter Schmidt die Instrumente und das Zubehör von Hamburg nach München. Dort werden sie für den Weitertransport vorbereitet, bevor sie ihre Reise nach Mauritius antreten und an Musikschüler:innen sowie die musikalische Ausbildungsinstitution und NGO Music Mauritius Foundation (MMF) weitergegeben werden.

Museumsmitarbeiterin Dorita Hermes (links), Peter Schmidt (Mitte) und Dirk Justus, Vorsitzender der Bargheer Stiftung, (rechts) zum Start der Spendenaktion.
Das ist zusammengekommen
- 5 Geigen – teils mit Koffer, Bogen, Schulterstütze und Kolophonium; 2 davon ohne Bogen bzw. weiteres Zubehör
- 2 Kindergeigen – in 1/8-Größe mit Koffer, Bogen, Schulterstütze und Kolophonium
- 1 Kinder-Cello – in 1/8-Größe mit Softcase, Bogen und weiterem Zubehör
- 1 Cello – mit Softcase und Hardcase
- 1 Gitarre – mit Hülle
- 2 Sopranblockflöten
- 2 Altblockflöten
- 1 Tenorblockflöte
- 1 Ukulele
- 2 Kontrabass-Softcases
- 4 Sätze Kontrabasssaiten
- rund 100 A-, D- und G-Saiten sowie 24 E-Saiten für Geigen
- 22 Kinnhalter sowie weiteres Zubehör

Jede Spende hat ihre ganz persönliche Geschichte
Hinter jedem Instrument steht ein Mensch, der etwas weitergibt – oft gemeinsam mit einer ganz persönlichen Geschichte. Hier ein kleiner Einblick zu einigen dieser besonderen Spenden:

Redakteur bei NDR Kultur und studierter Kontrabassist: Herr Sturm spendete ein Kontrabass-Softcase. Gerade beim Transport großer Instrumente ist eine geeignete Hülle unverzichtbar.

Musikerin im NDR Elbphilharmonie Orchester: Von Frau Jin-Mengel stammt das Cello in 1/8-Größe – einschließlich Softcase, Bogen und weiterem Zubehör. Damit kann künftig auch ein junges Kind auf Mauritius erste Schritte am Cello machen.

Spenderin verschiedener Instrumente: Mit einer Gitarre samt Hülle, zwei Sopranblockflöten, zwei Altblockflöten, einer Tenorblockflöte und einer Ukulele steuerte eine anonyme Spenderin gleich eine ganze kleine Instrumentenfamilie zur Sammlung bei.

Geigenbauer aus Hamburg: Herr Schleiermacher unterstützte das Projekt weit über eine einzelne Spende hinaus. Er überholte eines der Celli ohne Berechnung, ergänzte es um ein Hardcase und stellte vier Sätze Kontrabasssaiten, 22 Kinnhalter sowie 24 E-Saiten zur Verfügung. Zum Abschluss der Aktion spendete er außerdem noch eine weitere Geige mit Bogen, Kasten und zusätzlichem Zubehör. Seine fachliche Arbeit und seine Großzügigkeit waren für die Aufbereitung und Vervollständigung der Sammlung von unschätzbarem Wert.
Viele helfende Hände – ein gemeinsames Ziel
Unser herzlicher Dank gilt allen Spender:innen, die ihre Instrumente und das Zubehör in neue Hände gegeben haben. Jede einzelne Bereitschaft zu helfen hat gezeigt, wie viel durch gemeinsames Engagement entstehen kann.
Ein besonderer Dank gilt Felix Schleiermacher für seine großzügigen Sachspenden, die fachkundige Überholung des Cellos und seine Hilfe dabei, die Instrumente für ihren künftigen Einsatz auszustatten.
Ganz besonders danken wir Peter Schmidt. Er hat die Aktion angestoßen, sie über Monate mit großem persönlichem Einsatz vorangetrieben, durch zahlreiche persönliche Gespräche weitere Spenden gewonnen und schließlich auch den Transport der gesamten Sammlung nach München übernommen. Ohne seine Beharrlichkeit, seine Kontakte und seinen unermüdlichen Einsatz hätte dieses Projekt in dieser Form nicht verwirklicht werden können.
Ebenso danken wir dem Bargheer Museum und allen dort Beteiligten – insbesondere Dorita Hermes und Dirk Justus, Nachlassbetreuer Eduard Bargheers und Vorsitzender der Stiftung Eduard Bargheer Museum. Durch ihre Offenheit, die Sichtbarkeit im Rahmen der Ausstellung und ihre tatkräftige Unterstützung erhielt die Sammelaktion den Raum, den sie brauchte, um so viele Menschen zu erreichen.
Ein neues musikalisches Kapitel
Wir freuen uns sehr, dass die Sammelaktion ein solcher Erfolg geworden ist. Bald werden die Instrumente auf Mauritius erneut erklingen – in den Händen von Menschen, die dadurch vielleicht zum ersten Mal die Chance erhalten, selbst zu musizieren. Der Gedanke, dass aus einer Spende in Hamburg ein strahlendes Gesicht, ein neuer Klang und vielleicht sogar eine lebenslange Liebe zur Musik entstehen kann, macht uns glücklich – und Mut für viele weitere gemeinsame Projekte.

